Tag 17 – Brüsselerei

Namur.

Um 10:00 Uhr mache ich mich nach einem sehr leckeren Frühstück im Hostel auf den Weg in Richtung Brüssel. Gar nicht so einfach, dem VR10 zu folgen beziehungsweise erst mal den Anfang zu finden. Verkehrsschilder gibt’s nicht, der Weg wird lediglich durch Blau-Gelbe Zeichen gekennzeichnet. Durch Sticker oder Pinselmalerei. Ähnlich den Wanderwegen in den Alpen.

2 Mädels erklärten mir dann schlussendlich doch ganz gut den Weg. Die eine wusste wo ich hin musste, die andere hat übersetzt :-)

Auf dem Weg zu bleiben ist allein aber auch schon eine Herausforderung, denn nicht an jeder Kreuzung sind diese Zeichen angebracht. Dann heißt es, einfach auf gut Glück mal eine Straße lang fahren und schauen, ob Zeichen folgen. Wenn nicht – umdrehen.

Es kommt auch durchaus vor, dass Zeichen sich widersprechen. Dann muss der Kompass her ;-)

Im Vergleich zu dem bisher Gewesenen ist die Strecke von Namur nach Brüssel äußerst entspannt. Bis auf den Gegenwind. Aber mei.

In La Haupe stößt Phillipe zu mir, und radelt mit mir gemeinsam ein Stück. Er selbst ist letztes Jahr mit dem Radl von Belgien nach Frankreich geradelt. Hat aber wohl nach 3 Wochen aufgegeben. Er führt mich durch den Stadtpark, durch den mich der VR10 ohnehin führt. Allerdings verfranzen wir uns ein wenig, und das kostet mich etwa eine halbe Stunde.

Ist aber halb so wild. Denn als ich gegen 20:00 endlich in Brüssel, genauer am Place Polaert, ankomme, bin ich gerade rechtzeitig, um den Sonnenuntergang noch zu erleben.

Place Polaert

Place Polaert

Place Polaert (2)

Place Polaert (2)

Anschließend mache ich mich auf die Suche nach meinem Hostel. Schließlich habe ich das bereits im Voraus gebucht. Zum ersten Mal. Eigentlich hab ich im Hostel bisher immer einen Platz gekriegt, aber in Brüssel war ich mir nicht so recht sicher. Doof: man muss im Voraus bezahlen.

Kurz: ich habe es in den Weiten der Brüsseler Straßen nicht gefunden. Gegen 22:30 gebe ich die Suche im Dunkeln auf, als ich wieder auf dem Place Polaert stehe. Ich frage mich durch nach günstigen Hotels, doch das einzige was jetzt gerade noch ein Zimmer frei hat ist das NH. Ein Business Hotel. Alles Schlipsträger. Da sorge ich mit meinem Radloutfit durchaus führ Aufsehen ;) Naja, wohl irgendwie schon eber ein ABsehen.

Schon lächerlich eigentlich. Wenn ich hier im Geschäftsrahmen mit Hemd und Hose ankommen würde, wäre alles in Ordnung. So aber sorge ich für voll Ekel erregter Gesichter. Stört mich aber nicht im geringsten. Ich kann nämlich ausschlafen, im Gegensatz zu den anderen. Und muss nicht nachts um 11 ein doofes Grinsegesicht hinter’m Rezeptionsthresen machen.

Was mich stört ist der Preis. Zu teuer als dass ich es hier erwähnen möchte. Ich fühle mich irgendwie als Ketzer in meiner eigenen Reisereligion.

Etwas zu essen zu finden stellt sich ebenfalls als Herausforderung dar. Meinen Kocher kann ich ja hier im 4-Sterne-Hotelzimmer nicht auspacken. Also futter ich erstmal meine Trockensalami auf dem Bett und Krümel das Kopfkissen zudem mit Waffeln voll. Irgendwie brauch ich das grad. Assi sein. Spott dem Nobel durch Assitum.

Anschließend schlendere ich durch die Straßen und gönne mir beim Italiener noch eine Pizza und ein Bier. Morgen werde ich wohl gleich das Hostel aufsuchen, mich einnisten, und dann durch die Stadt ziehen.

Und ganz ehrlich: ein wenig depressiv macht mich dieser Nobel-Standart hier im Hotel schon. Nach 2 Wochen Einfachleben. Letzteres gefällt mir besser. Ich glaube, ich leg mich mit meiner Luftmatratze auf den Boden.

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3 Responses to “Tag 17 – Brüsselerei”

  1. Ben Ho via Facebook Ben Ho via Facebook Says:

    Kenn ich nur eine Lösung für: Delirium Café!

  2. Rother Fuchs via Facebook Rother Fuchs via Facebook Says:

    Und das is SO gut!

  3. Philippe Says:

    Hi ! It was nice to meet you ;)
    Looking forward to the english version of your blog ^^
    Take care and ENJOY
    Philippe from La Hulpe

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