Tag 21 bis 24 – Frankreich nach London

London.

Ich muss 4 Tage nachholen, und es ist so viel passiert, dass ich es nicht in einem Blogpost unterbringen kann. Also wieder – viele Bilder und ein bisschen Text ;-)

Mit dem Moment, in dem ich Frankreich betrete, beginnen Kommunikationsprobleme. Franzosen können oder wollen kein Englisch sprechen, ist ja bekannt. Ich habe wirklich versucht (W-I-R-K-L-I-C-H), mich nicht von Vorurteilen leiten zu lassen. In den Bray-Dunes, meinem Campingplatz, versuche ich etwas zu essen zu finden. Die Dialoge laufen in etwa so ab (in dem einzigen Cafe dort):

Parlez vous anglais?
Non.
Okay, est-ce que vous avez quelque chose pour manger?
Manger? Non.
Mh. Okay, une bierre s’il vous plait.

Es folgen fünfhundert Worte in schnellstem Französisch. Ich glaube er macht das mit Absicht.

Ich stehe auf und gehe weg, suche einen Supermarkt auf und mache mir mein Abendessen selbst. Am Abend latsche ich noch über die Dünen, und stoße dabei auch auf ein paar alte Bunker aus dem zweiten Weltkrieg. Vorratsbunker nehme ich an, denn sie waren zur Hälfte in die Dünen versenkt, und hatten nur ein kleines ca. 20cm hohes und 1 Meter breites Guckloch, aus dem früher vielleicht die ein oder andere Gewehrmündung geschaut hat. Auf der höchsten aller Dünen schaue ich mir dann mit einem Triple Karmeliet den Sonnenuntergang an, und begebe mich wieder zu meinem Zelt – in dem ich übrigens Wifi und Strom habe!

Am Folgetag fahre ich weiter nach Dunkerque. Dort fährt eine Fähre rüber nach Dover, wie auch von Calais aus. Aber Dunkerque ist näher und ich denke, dass ich mir dadurch ca. 1 Tag radeln und ein paar Euros sparen kann. Aber erst mal die Küste langtuckern!

Blumen!

Blumen!

In Dunkerque ist es nicht einfach, die Fähre zu finden. Ich sehe zwar den Hafen (riesige schwarze Rußwolken und ein paar Kräne und Schiffe), aber keine Wegweiser. Nachdem ich mich dann irgendwo im Industriegebiet wiederfinde, kehre ich um und suche die lokale Tourist Info auf. Die gerade zu hat. Somit lege ich erst mal eine kleine Rast ein.

Warten auf die Tourist Info

Warten auf die Tourist Info

Dunkerque

Dunkerque

Die Tourist Info ist unfähig. Englisch wird in Brocken gesprochen, die Karte die ich aber erhalte, um zur Fähre zu finden, ist nicht gerade detailiert. So ende ich in Grande-Synthe, von wo aus ich dann von einem äußerst hilfreichen Mädel in der Tourist Info nach Loon Plage geleitet werde. Dort ist nämlich die Fähre. Die man aber auch nicht findet, wenn man nicht weiß wo sie ist, denn – wie ständig in Frankreich – sind die Wege nur für Autos ausgeschildert. Kann schon passieren, dass man mit dem Radl plötzlich auf der Autobahn steht.

Auch hier hilft mir die Tourist Info weiter und am Ende stehe ich auf der Auffahrt Dampfer nach London! Yeehaw!

Auffahrt zur Fähre

Auffahrt zur Fähre

Radl auf Fähre

Radl auf Fähre

Auf dem Schiff

Auf dem Schiff

Und wieder runter

Und wieder runter

In Dover angekommen, ist es bereits dunkel. Als ich die Fähre verlasse, werde ich von den super netten und hilfreichen britischen Polizisten genauestens instruiert, wie ich zu fahren habe, damit mir ja nichts passiert. Ich lande in einem Hostel namens “The Castle”. Heruntergekommen ist’s fei schon ein wenig ;-)

The Castle

The Castle

Radlparkplatz im Castle

Radlparkplatz im Castle

Hier treffe ich auf Charlotte, eine belgische Radltourerin aus Ghent. Mit ihr verbringe ich den Folgetag, an dem wir weiter nach Canterbury radeln. Das heißt – nach meinem ersten English Breakfast:

English Breakfast

English Breakfast

Canterbury ist ne coole Stadt! Klein und touristisch, wohl wegen dem Schloss, aber sehr gemütlich! Dort treffen wir auf Thom und Judith. Thom ist ebenfalls Biketourer und bricht im Oktober in Richtung Thailand auf: http://bigbumblebikeblog.org.uk/ . Außerdem ist heute sein Geburtstag, und so feiern wir bis in die Puppen!

Thom und Judith

Thom und Judith

Am nächsten Morgen haben wir noch ein lecker English Breakfast zu viert, und dann trennen sich unser aller Wege. Ich fahre weiter nach Gillingham, einer Radlroute folgend. Für Charlotte gehts in Richtung Ostküste.

Cheers!

Thom, Judith, Me & Charlotte

Thom, Judith, Me & Charlotte

Als ich gegen 19:00 Uhr in Sittingbourne ankomme, versuche ich dort vergebens eine Unterkunft zu finden. Die ganze Stadt hat gerade mal eine Handvoll B&Bs, keinen Campingplatz, und überteure Hotel. Also radle ich weiter in Richtung London, und beiße gegen 22:30 Uhr in den sauren Apfel und nehme mir ein Hotelzimmer. Der Preis war aber fair, und ich kann mein Radl mit ins Zimmer nehmen.

Hotelzimmer

Hotelzimmer

Cycling Thames

Cycling Thames

In London ist’s dann noch ein Abenteuer, um zu meinem CouchSurfing Arrangemet zu kommen. Von Greenwich kommend lande ich in Südostengland, wo ich dann den Foot Tunnel unter der Themse durch auf die andere Seite nehme. Von dort aus muss ich nun irgendwie nach Norden kommen. Im Dunkeln. Hilfsbereite DLR Mitarbeiter versuchen, mich irgendwie in Zügen unterzubringen, was aber nicht einfach ist. In London sind Fahrräder in der U-Bahn, Overground Trains und Bussen verboten, außer sie sind faltbar. Public Transport fällt also flach. Bleibt ein Black Cab (Taxi), aber die sind Freitag Nachts ebenfalls schwer zu finden.

Ich beschließe, einfach mal der Kompassnadel in Richtung Norden zu folgen. Radeln in London ist kein Spaß.

Ich erreiche dann irgendwann ein Travelodge, und das nette Mädel an der Rezeption handelt mit dem Taxibüro der Firma einen klasse Preis für mich aus, für den dann extra ein Taxi für mich kommt und mich samt meinem Bike zur Couch bringt. Puh. Kaum angekommen, werde ich gleich mit Schnaps und Jägermeister empfangen und in den Bus in Richtung Innenstadt geschubst.

Jetzt sitze ich hier, 13:00, und werde mich gleich wieder in meinen Schlafsack kuscheln und ein wenig den Rausch ausklingen lassen :-)

Share
Steffen Schulz, Timo Wand Tke gefällt dieser Artikel

Tags:

One Response to “Tag 21 bis 24 – Frankreich nach London”

  1. Rother Fuchs via Facebook Rother Fuchs via Facebook Says:

    “Do you speak english” stößt auch auf unkonstruktive Abneigung. Ich sollte wohl wirklich einfach loslabern :-)

Leave a Reply